Stories

Perfumer H x Sunspel

rsvp-perfumer-h-1600x755

Lyn Harris ist eine der renommiertesten Parfümeure Großbritanniens und wird von der Vogue als „Londons stylishste Nase“ bezeichnet. In Frankreich klassisch ausgebildet, schlug Harris im Jahr 2000 Wellen, als sie die luxuriöse Duftmarke Miller Harris ins Leben rief. Nach dem Verkauf des Unternehmens 13 Jahre später, legte sie ihre Leidenschaft in Perfumer H, eine kleine handwerkliche Marke mit Atelier in Marylebone, inspiriert von ihrer olfaktorischen Reise und den wechselnden Jahreszeiten. In diesem Jahr hat sich Harris mit Sunspel zusammengetan, um Sweatshirts in limitierter Auflage zu produzieren, die auf den gemeinsamen Werten von Handwerk und Herkunft basieren. Wir haben uns mit Harris getroffen, um über die Zusammenarbeit und ihr von Düften getriebenes Leben zu sprechen.

perfumer-h-and-sunspel

Erzähl uns etwas über die Zusammenarbeit mit Sunspel – wie ist es dazu gekommen und was war das Konzept?
Mit den Namen meiner Düfte wollte ich schon immer eine visuelle Verknüpfung erreichen, so habe ich die Marke erschaffen. Ich arbeite mit Studio Frith, die mein ganzes Grafikdesign machen, und das Ethos war, dass die Wörter und natürlich auch die Farben die Düfte hervorrufen – und dazu kommt: ich bin ein Sweatshirt-Geek! Wir hatten dieses Sweatshirt gemacht und ich war wirklich erstaunt über die Reaktionen, aber ich wollte diese Herkunft, die mit einer Marke wie Sunspel einhergeht, denn das ist es, was sich auch durch meine Marke zieht. Ich kenne Nicholas [Brooke, Sunspel CEO], also habe ich ihn Anfang des Jahres angerufen und gefragt, ob er mir helfen würde, es zu produzieren. Wir trafen uns auf einen Kaffee und er hatte die Idee, etwas gemeinsam zu kreieren; er mochte meine Namen und er sah, dass ich ein wenig mit Sweatshirts und Details besessen war, also war es eine wirklich schöne Sache, die durch eine Tasse Kaffee zustande kam.

Auf den Sweatshirts prangen die Wörter „Ink“ und „Charcoal“. Warum hast Du Dich gerade auf diese beiden Düfte konzentriert?
Ich mag diese Worte. „Ink“ ist einer unserer Bestseller und „Charcoal“ war Teil der Parfum Ausstellung im Somerset House letztes Jahr. Das Sweatshirt ist ein bisschen anders als der übliche Sunspel-Stil, ich habe das kleine „v“ weggelassen, weil die Worte zu den Details werden. Die Qualität des Sweatshirts ist einfach unglaublich, ich liebe es – es war toll mit Sunspel zu arbeiten, es ist einfach eine wunderbare Firma mit einem riesigen Erbe.

Was haben die beiden Marken gemeinsam?
Es geht uns um schöne Dinge, die Menschen schätzen. Es liegt eine Menge Gefühl und Integrität in dem, was wir tun. Wir sind gleichgesinnt und es ist aufregend zusammen zu arbeiten.

shop_mensshop_womens

shop_mensshop_womens

Du bist Großbritanniens erste weibliche klassisch ausgebildete Nase. Warum bist du diesen bestimmten Weg gegangen?
Ich bin einfach schon immer von Gerüchen getrieben worden. Als Kind, das auf dem Land aufwuchs, waren Düfte immer mit Menschen verbunden, und ich versuchte immer die Gerüche, die ich mochte, darzustellen. Als ich zur Schule ging arbeitete ich samstags in einem Duftladen in meiner Heimatstadt und ich hatte den Traum, Düfte nicht nur zu verkaufen, sondern auch zu machen. Ich ging in Paris zur Schule und lernte von einem Meister; diese Art von Training bekommt man nicht mehr wirklich. Ich hatte eins-zu-eins Training mit einem großartigen Lehrer, der wirklich an mich glaubte. Dann wurde ich mit Robertet in Grasse bekannt gemacht, es ist noch heute mein Dufthaus. Damals gab es keine weiblichen Parfümeure, ich war dieser sonderbare Tomboy. Noch immer wird die Branche von den Meistern der älteren Generation diktiert, aber sie haben mich akzeptiert – ich denke, ich war erfrischend und anders.

Was ist Deine erste Erinnerung an einen Duft?
Meine Großeltern, immer. Jede Ferien wurden wir nach Schottland verschifft, wo sie diesen kleinen Hof hatten und ihr eigenes Gemüse und Obst anbauten, es war sehr idyllisch. Ich erinnere mich, dass ich morgens aufwachte und ich das Feuer roch und meine Großmutter backte und machte Marmeladen – für mich roch sie immer nach Seife und Lavendel. Alles war so sauber und rein. Diese natürlichen Gerüche waren so intensiv.

Hast Du immer eine ganz genaue Vorstellung davon, was Du kreieren möchtest, wenn Du an einem Duft arbeitest?
Ja, absolut. Im Moment habe ich sehr viel zu tun, deshalb kann es manchmal ziemlich verschwommen sein, aber wenn du es riechst, dann weißt du es. Ich arbeite an verschiedensten Projekten, aber sie bringen das Adrenalin in alles und deshalb funktioniert es.

War es Dir wichtig, dass Dein Store in Marylebone mit einem Labor ausgestattet ist?
Ja, ich wollte, dass Kunden sehen, wie ein Parfümeur arbeitet. Es gibt ein Mysterium, weil man sieht die ganzen Flaschen und weiß nicht, was im Innern vorgeht – diese Magie kommt vom Schöpfer. Man will sie nicht verderben, aber gibt einen kleinen Einblick in den kreativen Prozess.

Welche Kunden interessieren sich für Perfumer H?
Ich würde sagen Gleichgesinnte. Ich denke, ich locke Leute an, die schöne Dinge und Details mögen; die stilvoll sind und sich für die Herkunft eines Produktes interessieren.

Hat sich dein Stil weiterentwickelt?
Ja, na klar. Man entwickelt einen charakteristischen Stil, der in der Branche anerkannt ist. Ich mag keine Gerüche, die einschüchtern oder dominieren. Ich mag Düfte, die mit dem Menschen funktionieren und wirklich die Seele berühren, die einen faszinierend und besonders fühlen lassen – die einem eine Persönlichkeit verleihen.

shop_mensshop_womens

SHOP THE COLLECTION