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Sunspel kommt nach New York

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Da Sunspel seinen ersten Store in den USA eröffnet, sprechen wir mit Nick Sullivan, dem Modechef der amerikanischen Esquire, über die Lage im berühmten SoHo-Viertel von Manhattan

In dem Rolling Stones Song Anybody Seen My Baby? gibt es eine Zeile, die geht so: ‘And I was flippin‘ magazines / In that place on Mercer street / When I thought I spotted her’. Von dem 1997 erschienenem Bridges to Babylon Album, mit einem Video, in dem Angelina Jolie durch Manhattan läuft, ist dies eine Erwähnung eine der berühmtesten Straßen von SoHo, und die Lage des neuen Sunspel Stores.

Die Mercer Street Boutique ist die erste des Labels in den USA. Der Standort wurde gewählt aufgrund der hohen Anzahl an amerikanischen Kunden, die Sunspel online kaufen und der entspannten Atmosphäre des Downtown Manhattan-Viertels, die die Stimmung der Kollektionen perfekt ergänzt.

SoHo heißt so, weil es ein Gebiet südlich der Houston Street bezeichnet. Geprägt durch seine dekorativen gusseisernen Gebäudefassaden – ein Material, das günstiger in der Verwendung ist als Marmor oder Granit – galt es lange als Manhattans unkonventionelles Herzstück. Es war die Heimat der Künstler, die Ende der 1960er Jahre wegen der riesigen, lichtdurchfluteten Lofts, die großartig als kombinierte Studios und Wohnräume genutzt werden konnten – und den billigen Mieten – herzogen. In letzter Zeit ist es zu einem Ort für coole Geschäfte, Bars, Restaurants und Hotels geworden.

Nick Sullivan ist vor 14 Jahren von London nach New York gezogen, um seine Position als Modechef des amerikanischen Esquire Magazins anzutreten. Jetzt lebt er in Brooklyn und arbeitet im Hearst-Gebäude in Manhattan. Wir baten ihn, unser Reiseführer für SoHo zu sein, als ein Ausländer, der zu einem Einheimischen wurde.

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Als Sie 2004 den Atlantik überquerten, was war Ihr erster Eindruck von der Gegend?

Zu der Zeit, als ich hier ankam, war es schon eine Enklave des Designer-Einzelhandels und das alte rohe SoHo schien lange vorbei zu sein. In gewisser Weise ist es der Covent Garden von New York. Es hat sich dazu gewandelt.

Aber hat die alte Bohème immer noch ihren Zauber?

Es bleibt wie der Holzrauchgeruch nach einem Feuer. Wie alle unkonventionellen Orte, sind diese Plätze eher flüchtig. Es ist hundertmal in hundert Städten passiert – Montmartre in Paris, Kreuzberg in Berlin, Hoxton in London… günstige Mieten bedeuten Künstler und Musiker, Künstler und Musiker bedeuten eine Szene, eine Szene bedeutet Bars, Restaurants und Geschäfte. Ich denke New York hat immer noch diese rohe Atmosphäre für Ausländer, aber für New Yorker, die sich an eine fast bankrotte Stadt in den 1970ern erinnern können, ist es jetzt ganz anders.

Zu dieser Zeit war SoHo sicherlich ein Paradies für Künstler und andere Kreative. Zu den Menschen, die mit diesem Ort in Verbindung gebracht werden, gehören Julian Schnabel, Jean-Michel Basquiat und natürlich Andy Warhol. Wie wichtig waren solche Figuren für die Prägung des Stils der Gegend?

Sie waren unverzichtbar, weil sie als Provisorium wie eine Barriere gegen den Abriss wirkten. Sie haben SoHo gerettet, weil sie es cool gemacht haben. Und dann kamen Modemarken und machten es wertvoll. Zwischen ihnen sorgten sie dafür, dass es überlebte – das es zumindest gleich aussah. Ich denke, ohne sie würde SoHo jetzt wie jeder andere Bezirk aus New York Hochhäusern aussehen und diese gusseisernen Lagerhallen – die Definition der SoHo-Architektur – wären weg. Der SoHo Cast Iron Historic District ist natürlich nach diesen Fassaden benannt. Es ist eine gute Metapher, denn SoHo ist jetzt selbst sowas wie eine Fassade. Es ist ein Model, das vorgibt, ein Punk zu sein – eine Reproduktion des Grenzwertigen. Ich mag es immer noch – es scheint der Inbegriff von New York zu sein. Immer laut, manchmal schick.

Selbst in der Zeit, in der Sie in New York gelebt haben, hat sich SoHo weiter verändert – wie sehen Sie es jetzt?

Es ist gleich und doch ganz anders. Es stinkt immer noch im August. Aber naja, ganz New York stinkt im August. Es ist die Hitze …

Und was Mode betrifft, was unterscheidet SoHo von anderen Gegenden in New York?

Es hat noch immer eine Atmosphäre. Aber für mich sind es bestimmte Straßen. Broadway und West Broadway sind Touristengegenden. Greene, Mercer, Prince und Spring Street sind an manchen Stellen immer noch interessant. Je weiter man vom Broadway weggeht, desto cooler wird es. Die Ostseite des Broadways – Little Italy, Mulberry, Elizabeth Street und Bowery (wenn das überhaupt als SoHo zählt) – sind immer noch kantig.

Was ist deine Lieblingsbar?

Ich mag das Fanelli Cafe [94 Prince Street], weil es so unmodisch ist und ich nicht in die üblichen Leute renne. Lucky Strike [59 Grand Street] ist aber mein Favorit. Es hat immer noch ein bisschen SoHo Charakter. Dort treffe ich Leute.

Und Restaurants?

Ich mag Lure [142 Mercer Street], aber auch Cipriani Downtown [376 West Broadway]. Mein Favorit ist Il Buco [47 Bond Street] – es ist ein bisschen teuer, aber das Essen ist einfach zu gut. Ich mag auch immer noch das Mercer Hotel [147 Mercer Street] für Mittagessen oder Frühstück. Es ist noch immer ein Treffpunkt für eine gewisse vornehme und dennoch angenehme Modeschar. Ich habe Hedi Slimane dort interviewt. Das letzte Mal war ich hier zum Frühstück – vor einem Monat mit dem Unternehmer Matt Jacobson – ich lief Massimo Piombo über den Weg, Jean Paul Gaultier saß in einer Ecke (wirklich!) und Doutzen Kroes an einem anderen Tisch. Ich dachte, ich wäre zurück in den 90ern. Erwachsener Chic. Ich bin auch oft im Crosby Street Hotel [Crosby Street 79] für Meetings. Zum Mittagessen bin ich regelmäßig im Sant Ambroeus [265 Lafayette Street]. Es scheint Fotografen dorthin zu ziehen und der Maître d’Alireza ist der Inbegriff eines Animateurs. Und es gibt einige großartige japanische Restaurants westlich der Thompson Street.

Und jetzt noch: Was ist der beste Soundtrack, den man sich anhören sollte, wenn man durch die Straßen von SoHo läuft?

Das ist einfach. Lou Reed.

 


FIVE SUNSPEL PIECES TO WEAR IN SOHO,
CHOSEN BY NICK SULLIVAN:

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